IG Bergbau & Mineralien Olbernhau e.V.

Pferdegöpel in Lauta bei Marienberg

Die Technik der Pferdegöpel
Aufgrund ihrer charakteristischen Form kann man Pferdegöpel in alten Darstellungen einer Bergbaulandschaft sehr gut erkennen. Ein Pferdegöpel besteht aus dem pyramidenförmigen Göpelstuhl und dem daran angebauten Treibehaus, welches über der Schachtöffnung steht. Beide Gebäudeteile wurden ganz oder teilweise verbrettert bzw. mit Schindeln gedeckt.
Funktionell wichtigstes Bauteil ist die senkrecht stehende Göpelspindel, welche über einen langen Querbaum (Schwengel) von 2 Pferden gedreht wird. An der Göpelspindel befindet sich oben die Seiltrommel, auf der die beiden Förderseile gegenläufig aufgelegt sind. Befand sich die eine Fördertonne unten am Füllort, hing die andere gerade oben an der Hängebank im Pferdegöpel.
Neben dem Treiber für die Pferde benötigte man zum Betrieb des Göpels den Anschläger im Füllort des Schachtes, der die Fördertonnen zu füllen hatte und den Treibemeister. Letzterem oblag die Aufsicht im Göpel. Er betätigte die Bremse und hielt mit einer Signaleinrichtung Verbindung zum Anschläger.

Mit der Fertigstellung dieses Objektes wird ein weiterer touristischer Anziehungspunkt für Einheimische und Auswärtige geschaffen. Ziel ist es dabei, in Verbindung mit dem weiteren Ausbau des Bergmagazins als sächsisch-böhmisches Kulturzentrum die bergbaugeschichtliche Entwicklung der Stadt lebendig darzustellen.
Zum Projekt des Pferdegöpels gehört ein Funktionsgebäude mit Sanitäreinrichtungen, Lagermöglichkeiten und Abstellraum (alles behindertengerecht gebaut).
Der Göpel selbst ist als geschlossener Göpel errichtet, um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen. An ihn schließen sich das Treibehaus und die Scheidebank an.
Pferdegöpel entstanden früher aus der Not der Bergarbeiter heraus. Tiefer werdende Schächte und das zusetzende Grundwasser erschwerten die Förderung der Gesteine. Es mussten bergbauliche Maschinen geschaffen werden, um das Wasser abzupumpen und so das Erz aus größeren Tiefen fördern zu können. Neben einer Vielzahl von Wasserrädern wurden diese Anlagen betrieben. Der Pferdegöpel ist eine solche Anlage, und wie es schon sein Name verrät, wurde er mit Pferden betrieben.
Bergbau gab es bei Lauta schon seit 1432. Der so genannte "Wasserloch Schacht“ erhält 1839 nach dem Marienberger Bergmeister Rudolf Hering den Namen „Rudolf Schacht“ und fungierte als Hauptförderschacht. Im Jahre 1881 untersuchte der Freiberger Mineraloge Frenzel dort ein gefundenes seltenes Mineral. Auf Grund der Erstfindung wird es „Lautit“ genannt. 1899 geht auf dem Rudolf Schacht der Silberbergbau zu Ende und einige Jahre später wechseln die Grundstücke in Privatbesitz.

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